Contemporary Fine Arts is pleased to present OOO LA LA, an exhibition by British artists Maggi Hambling and Sarah Lucas. The exhibition continues a presentation first developed in London with Sadie Coles HQ and Frankie Rossi Art Projects, arriving in Berlin in a new form with recent works and a configuration conceived for the gallery space.
Hambling and Lucas first met 25 years ago, on 23 October 2000, their shared birthday, at the Colony Room Club in Soho. Since then, they have built a friendship marked by admiration and trust. They laugh a lot together. They are also neighbours in rural Suffolk, which keeps their bond grounded in the everyday, and sustained through conversation. That long proximity sits at the heart of the exhibition, showing how two distinct practices can speak to each other.
OOO LA LA explores the affinities between their approaches, above all their alertness to how sex and death coexist. These themes belong to the same lived register, met with frankness and nerve. The exhibition is not the result of a joint studio process. The works were developed in parallel, and the connection becomes vivid when they are brought together. In their words, “The extraordinary thing is that when you’re in the show, it’s as if we were working at opposite ends of the same studio.” The exhibition takes that feeling seriously. Painting and sculpture sit close, as clear pairs or in open constellations, allowing echoes to build across material, rhythm, and tone.
Lucas’s contribution also carries a deep history with Contemporary Fine Arts, following collaborations that began in the mid-1990s. Spanning sculpture, photography, and installation, her work is known for incisive humour and for transforming found objects into charged figures. The body, in its many guises, remains her central subject. In Blue Bunny (2025), an anthropomorphic figure reclines on a chair, extending Lucas’s distinctive visual language with a touch of surrealism. Gendered materials such as high heels and nylon stockings become cues that feel bold and exposed, confident and tender at once.
Hambling brings painting into the exhibition as a form of intimacy and encounter. A trailblazing artist and queer icon, she returns again and again to love and remembrance, often through portraiture. For Hambling, painting is a physical partnership with the medium itself. As she puts it, “Oil paint is very alive, sexy stuff. I have to make love with it.” In OOO LA LA, that sensual materiality becomes a way of holding time, attention, and affection.
Portraiture is a key thread of the exhibition, including works each artist has made of the other, in their own signature styles. They describe portrait-making as an intense, immersive act, with the thrill of risk and the promise of reward. During their collaboration, Hambling realised it was the first time she had truly seen Lucas in action. She responded with Sarah at work (2025), attempting to catch Lucas’s energy and concentration. A second portrait, Sarah laughing (2025), embraces the release of expression and the pleasure of unguarded presence.
Smoking, another habit they share, becomes an unexpected link across sculpture and painting. Lucas portrays Hambling with this in mind in Maggiesque (2025), a figure holding a cigarette, and in a new portrait titled Maggi the Magi (2026) made from cigarettes on brown paper. The gesture is affectionate and precise, turning a daily ritual into image, and an image into trace.
OOO LA LA is, at its core, an exhibition about making things vivid again. It understands practice as a repertoire that must remain alive, refreshed through experimentation, and renewed through friendship. The result is a show that feels present tense, full of warmth, bite, and the pleasure of two artists meeting again in public.
Text by Nicolas Vamvouklis
Maggi Hambling *1945 in Sudbury
Sarah Lucas *1962 in Holloway, London
They both live and work in London and Suffolk.
Contemporary Fine Arts freut sich, OOO LA LA zu zeigen, eine Ausstellung der britischen Künstlerinnen Maggi Hambling und Sarah Lucas. Die Ausstellung knüpft an eine erste Präsentation an, die in London mit Sadie Coles HQ und Frankie Rossi Art Projects entwickelt wurde und nun in neuer Form in Berlin zu sehen sein wird – mit aktuellen Arbeiten und einer eigens für den Galerieraum entwickelten Konfiguration.
Hambling und Lucas begegneten sich vor 25 Jahren, am 23. Oktober 2000, ihrem gemeinsamen Geburtstag, im Colony Room Club in Soho. Seither verbindet sie eine Freundschaft, die von gegenseitiger Wertschätzung und von Vertrauen geprägt ist. Sie lachen viel zusammen. Heute leben sie als Nachbarinnen im ländlichen Suffolk, was ihre Beziehung im Alltag verankert und durch fortwährenden Austausch lebendig hält. Diese langjährige Nähe steht im Mittelpunkt der Ausstellung und macht sichtbar, wie zwei unterschiedliche künstlerische Praktiken in intensiven Dialog treten können.
OOO LA LA erkundet die Affinitäten zwischen ihren jeweiligen Ansätzen, insbesondere ihre Sensibilität für die Koexistenz von Sex und Tod – existentielle Themen für beide Künstlerinnen, die sie direkt und mutig behandeln. Die Ausstellung geht dabei nicht aus einem gemeinsamen Atelierprozess hervor; die Werke entstanden parallel, erst im Zusammenführen entfaltet sich ihre Verbindung. Wie die Künstlerinnen selbst formulieren: „Das Außergewöhnliche an der Ausstellung ist, dass sie so wirkt, als hätten wir an entgegengesetzten Enden desselben Ateliers gearbeitet.“ Die Präsentation unterstreicht diesen Eindruck: Malerei und Skulptur in unmittelbarer Nähe, als klare Paare oder in offenen Konstellationen, sodass Resonanzen über Material, Rhythmus und Farbton entstehen können.
Lucas’ Beitrag knüpft an eine lange Geschichte der Zusammenarbeit mit Contemporary Fine Arts an, die Mitte der 1990er-Jahre begann. Ihr Werk, das Skulptur, Fotografie und Installation umfasst, ist bekannt für seinen prägnanten, messerscharfen Humor und für die Transformation gefundener Objekte in körperlich ausdrucksstarke Figuren. Der Körper in seinen vielfältigen Erscheinungsformen bildet dabei ihr zentrales Motiv. In Blue Bunny (2025) liegt eine anthropomorphe Figur auf einem Stuhl und erweitert Lucas’ unverwechselbare Bildsprache um einen Hauch von Surrealismus. Geschlechtlich konnotierte Materialien wie High Heels und Nylonstrümpfe fungieren als visuelle Marker, die gleichzeitig kühn und offen, selbstbewusst und zart wirken.
Hambling bringt die Malerei als eine Form der Intimität und Begegnung in die Ausstellung ein. Als wegweisende Künstlerin und queere Ikone kehrt sie immer wieder zu den Themen Liebe, Erinnerung und Verlust zurück, häufig in Form von Porträts. Für Hambling ist Malerei eine körperliche Beziehung zum Material selbst: „Ölfarbe ist sehr lebendig, sehr sexy. Ich muss mit ihr Liebe machen.“ In OOO LA LA wird diese sinnliche Materialität zur Möglichkeit, Zeit, Aufmerksamkeit und Zuneigung festzuhalten.
Das Porträt zieht sich als zentrales Motiv durch die Ausstellung und umfasst Arbeiten, die beide Künstlerinnen voneinander geschaffen haben – jeweils in ihrer unverkennbaren Handschrift. Sie beschreiben das Porträtieren als einen intensiven, immersiven Akt, der stets das Risiko des Scheiterns ebenso wie das Versprechen eines besonderen Moments in sich trägt. Im Verlauf der Zusammenarbeit wurde Hambling bewusst, dass sie Lucas zum ersten Mal wirklich bei der Arbeit erlebte. Sie reagierte darauf mit Sarah at work (2025), ein Versuch, Lucas’ Energie und Konzentration malerisch einzufangen. Ein weiteres Porträt, Sarah laughing (2025), feiert das die Befreiung des Ausdrucks und die Freude an ungezwungener Exposition.
Auch das Rauchen – eine weitere geteilte Gewohnheit – schafft eine unerwartete Verbindung zwischen Skulptur und Malerei. Lucas porträtiert Hambling in Maggiesque (2025) als Figur mit Zigarette sowie in einem neuen Porträt Maggi the Magi (2026), gestaltet aus Zigaretten auf braunem Papier. Die Geste ist liebevoll und präzise. Sie verwandelt ein tägliches Ritual in ein Bild und ein Bild in eine Spur.
OOO LA LA ist im Kern eine Ausstellung darüber, Dinge wieder lebendig zu machen. Sie begreift künstlerisches Arbeiten als ein Repertoire, das fortwährend erneuert werden muss – durch Experiment, durch Offenheit und durch Freundschaft. Das Ergebnis ist eine Ausstellung, die sich präsent anfühlt: voller Wärme, Biss und der spürbaren Lust zweier Künstlerinnen, sich einander erneut öffentlich zu begegnen.
Text: Nicolas Vamvouklis
Maggi Hambling *1945 in Sudbury
Sarah Lucas *1962 in Holloway, London
Beide leben und arbeiten in London und Suffolk.